CHRONIK
Der Verband wurde 1886 in Berlin gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten nahmhafte Verkaufs- und Handelsleiter sowohl der deutschen Industrie, als auch des Mittelstandes. 1940 wurde der Verband von den Nationalsozialisten, wegen dem hohen Mitgliederanteil jüdischen Glaubens, verboten. Die Verbandstätigkeiten fanden nur noch im Verborgenen statt. 1944 wurde, neben einigen anderen Mitgliedern, der Verbandspräsident Paul Isaak Goldstein verhaftet und ermordet. Der BDV war seither nur in einigen Regionen Deutschlands vertreten. 1986, also genau 100 Jahre nach der Erstgründung, fand die Neugründung des bundesweiten Berufsverbandes in Bonn statt. Zum Präsidenten wurde einstimmig Wolfgang M. Nitsche gewählt, der Enkel eines der Gründer des Verbandes, Karl Friedrich Nitsche (Breslau).

In dem Buch SPITZENVERKÄUFER (1990, ISBN: 3-925127-10-0) schreibt Bernd Conradi über den derzeitigen BDV-Präsidenten (auszugsweise):
Wolfgang M. Nitsche in weniger als 120.000 Worten zu beschreiben ist eigentlich ungerecht. Vergleicht man sein Leben mit dem Dasein manch anderer Zeitgenossen, dann ist man versucht, eine Enzyklopädie über diesen Mann zu schreiben. Eine Enzyklopädie, deren einzelne Bände den verschiedenen Gesichtern dieses ungewöhnlichen Zeitgeistes der modernen Marketing-, Verkaufs-, Werbe- und Politszene gewidmet sein müßten. Es sei daher verziehen, wenn wir versuchen, in wenigen Stichworten das zu skizzieren, worüber ein Wirtschaftshistoriker in einigen Jahrzehnten vielleicht einmal Bände schreiben kann.
Die erste selbstverdiente Mark erwirtschaftete sich der junge Nitsche im Lausbubenalter von zehn Jahren mit selbstgestrickten Märchen und Abenteuergeschichten. Tom Tora hieß der Held des jungen Novellisten, seine ersten Kunden waren Kinder aus der Nachbarschaft, die für einige Groschen gebannt den Live-Stories aus seinem Munde lauschten.
Selbst noch ein Teenager, vermarktete der erst 18jährige Nitsche Pop, Beat und Soul. Arrangierte Bühnenauftritte von The Lords, The Equals, The Rattles, Small Faces und anderen namhaften Bands der aufsteigenden Popszene der 60er Jahre. Moderierte auf überfüllten riesigen Showveranstaltungen, begeisterte das Publikum. Seine Zeugnisse weisen aus, daß er die Schwarze Kunst Gutenbergs erlernte, Schriftsetzer und Typograph also, dann Journalist und Werbekonzeptionist wurde und erfolgreich Kommunikationspsychologie studierte. Seine erste entscheidene Karrierestation war eine weltweit vertretene englische Werbeagentur, die unter anderem so allbekannte Evergreens wie „Mutti, Mutti, er hat überhaupt nicht gebohrt!“ in die Geschichtsbücher der Werbebranche schrieb. Schokoklicker, Hundefutter, Staubsauger und Waschmaschinen wurden mit einprägsamen Werbesentenzen versehen, ganze Marktkonzepte buchstäblich aus dem Nichts in Millionenumsätze verwandelt. Doch seßhaft wurde er dort nicht.
Nitsches nächste Station war ein Aufenthalt in der chemischen Industrie. Verkauf und Verkaufsförderung lernte er dort von der Pike an, wie er selbst sagt.
Mit 28 Jahren schließlich kam der Sprung in die Selbständigkeit als Marketingberater. „Mein Domizil war stets dort, wo der Markt pulsiert, dort arbeitete und wohnte ich zugleich“, erinnert sich der Unternehmer heute. Seßhaft wurde er schließlich mit 40 Jahren - seit 1986 regiert und residiert das Marketinggenie in der Beethoven- und Bundeshauptstadt Bonn. Binnen eines einzigen Jahrzehnts gründete er die stattliche An- zahl von zehn Firmen - u.a. eine für Bodenbeläge, eine Kunstgewerbeboutique, eine Werbeagentur, ein Maklerbüro für Immobilien, eine Personal- und Unternehmensberatung, ein psychologisches Institut, einen Teppichbodengroßhandel und eine Berufsakademie. Gründete Firmen, verkaufte sie, entwarf neue Konzepte und setzte sie um. Sein jährlicher Output als Werbe- und Marketingberater umfaßt derzeit sechs bis acht Konzeptionen mit allem Drum und Dran, von der Idee bis zur Einführung auf dem Markt. Marktbedarfsanalysen, Produktplanung und -gestaltung, Vertriebsaufbau, Werbung und Verkaufsförderung, außerdem Absatz- und Kundenbetreuung sowie Projektmanagement gehören zu seinen alltäglichen Aufgaben.
„Ich entwicklte Produkte, plazierte Unternehmen auf der grünen Wiese, gestaltete Werbekampagnen, erstellte Marketingstrategien und führte geeignete Fachleute aufgabenspezifisch zusammen und koordinierte somit Geschäftserfolge“ - mit diesen wenigen treffenden Vokabeln zeichnet Nitsche den Umriß seiner Aktivitäten.
Ehrenamtlich und sozusagen nebenbei setzt Nitsche sein Know-how und seine Erfahrung als Präsident des Bundesverbandes Deutscher Verkaufsleiter, BDV e.V. in Bonn zwar nicht in bare Münze, aber dafür in viel Engagement um. Immerhin zählt dieser Verband als größte Berufs- und Standesorganisation der Verkaufs-, Vertriebs- und Marketingkräfte in Deutschland ansehnliche 17.000 Mitglieder, mit eigener Zeitschrift (Verkaufen!) mit einer Auflage von über 100.000.
Doch genug zunächst der Superlative. Fokussieren wir einige renommierte Marketingideen aus dem Megamind des Wolfgang M. Nitsche. Da war zunächst der erste selbstliegende Bodenbelag, die SL-Fliese ohne Leim und Klebespuren. Die Schachbrettrevolution auf dem bundesdeutschen Fußboden der Mittelverdiener. Sozusagen auf dem Fuße folgte diesem Coup der Teppichboden aus dem Karton, das ideale Mitnahmepaket für den Do-it-Yourself-Man, den Weekend-Handwerker, der die Quadratmeter kartonweise einkaufen konnte wie Schokoriegel. - Die dickste Tapete der Welt, falls Sie sie an Ihrer Wand hängen haben, entstammt ebenfalls der Ideengalerie von WMN. Die Tapete von der Rolle, 53 cm breit und 10 m lang. Flure, Dielen und Geschäftseingänge wurden damit geschmückt. „Höschenwaschen ist doof“ war einer jener seltenen Einfälle, wie sie manchmal die ganze Textilindustrie erschüttern. Der Einmalslip aus Zellulose für die Frau von heute wurde damit vermarktet. - Die Prägetapete ROYAL im Stil von Louis VI und die PVC-geschäumte Vinyltapete waren ein weiterer Meilenstein seines Einfallreichtums.
Auch für die Politik setzte Nitsche das Stroboskop der Geistesblitze in Gang. Entwarf nicht nur Wahlsprüche, sondern warb prominente Bürger für seine Kampagnen und sammelte so die notwendigen finanziellen Mittelchen. - Bereits 1976 entwarf er gar mit Franz-Josef Strauß den Plan für eine bundesweite Schwesterpartei der CSU, der dann im Jahre 1989 im Zuge der politischen Entwicklung in der DDR plötzlich marktaktuell wurde. Ladeneinrichtungssysteme, sprich Regalbauelemente für Produktpräsentationen und Lagerung aus Metall entstanden ebenso aus dem Kopf wie Schöner Wohnen Selber Machen, eine der erfolgreichsten Marktkonzeptionen für Farbengroßhändler. Ganze Baumärkte wuchsen durch dieses Konzept wie Pilze auf der grünen Wiese. - Teletel, mittlerweile Frankreichs marktführende Telekommunikationsgesellschaft, faßte lediglich deshalb auf deutschem Grund und Boden nicht Fuß, weil die damalige Koalition das bundesweite Postmonopol nicht zu lockern bereit war. - Verweilen wir noch einen Augenblick im Land der Mode: - Eminence, mittlerweile Tochtergesellschaft von Schießer, vermarktete dereinst die Herrenunterwäsche aus Frankreich für den Mann aus Deutschland unter dem Slogan „Mann oh Mann!“ - made by Nitsche. Nebenbei baute Nitsche die Geschäftsleitung von Eminence in Deutschland auf und etablierte und regierte den Vertrieb bis kurz vor dem Verkauf an das deutsche Unternehmen. - „War's das? - die sexuelle Revolution, so lautete der Titel eines Lehrbuchs und von Seminaren moderner Sexualberatung, deren Entwicklung ebenfalls keinem Geringeren als Leonardo da Nitsche zu verdanken ist. Bescheiden im Denken ist Nitsche ebensowenig wie in der Auswahl seiner Zielgruppen. Ein ganzes Konzept zur Einrichtung von Banken und Sparkassen, vom Tresorschlüssel bis zur Kameraanlage, von den Möbeln bis zu den Stahlschränken, entstand unter den Wurzeln seines Haupthaares ebenso locker wie Sylticon - das Exclusivhotel der Superreichen. - Dann wiederrum richtete sich sein unermüdlicher Marktscanner auf den Autobastler, der so zahlreichen Do-it-Yourself-Konkurrenz der etablierten KFZ-Werkstätten. Ihnen ging er denn mit der ASH zur Hand: der alternativen Selbsthilfe, der Werkstatt für den Bastler mit allem Drum und Dran vom Profi-Werkzeug bis zur fachlichen Beratung.
Die Entwicklung des Konzeptes Vom Verkäufer zum Vertriebswirt! für ein berufsbegleitendes Fern- und Nahstudium für erfolgreiche Geschäftsleute und künftige Spitzenverkäufer, wo Nitsche auch als Dozent und Coach zuweilen tätig ist, folgte ebenso auf dem Fuße wie ein Marketingkonzept für die Wertanlage Kunst und Bildmotive in Form und Farbe, das die gesamte Strategie vom Künstler über den Galeristen bis zum Kapitalanleger umfaßte. Coaching für Verkäufer hieß das nächste Target, das sich Nitsche vornahm. Akademieseminare für geschulte Mitarbeiter und Führungskräfte, genannt die Marketing-Business-Akademie, war das Kind, das daraus geboren wurde. Bis heute ist Nitsche der Akademieleiter dieser Bonner Institution, der „Kaderschmiede für Marketingmanager“, heute zweifellos ein wichtiger Schwerpunkt seiner professionellen Aktivitäten.
„Ursprünglich lernte ich mein Handwerk in der Werbeagentur, aber als Werber kümmert man sich selten um die verkäuferischen Probleme der Vermarktung. Die konzeptionelle Werbegestaltung von der Headline über den Text bis hin zur tatsächlichen Markforschung und Schulung der Verkäufer aus einer Hand war das, was mir eigentlich vorschwebte. Dabei kam ich eigentlich zum Verkauf“, so erinnert sich der Verkäufer Nitsche, „wie die Nonne zum Kind. Ursprünglich war ich ein sehr introvertierter Mensch, ein Blautyp, wie wir Psychologen sagen. Ein Denker, ein Forscher - kein dynamischer Kontaktmensch. Allmählich wurde mir bewußt, daß ich Menschen durch meine Worte, dadurch, wie ich etwas sagte, erreichen konnte. So sammelte ich sogar einmal Erfahrung mit Telefonseelsorge, im fast noch jugendlichen Alter von 23 Jahren!“
Nitsche weiter: „Meine Stärke war immer die Kreativität. Das Forschen, das Ausdenken von Strategien. Strategien, wie man ein Produkt an den Mann bringen kann, wie man den Fahrer einer Automarke von einer anderen Marke überzeugen, wie man einen technologisch unbewanderten Menschen an einem Computer interessieren kann. Man muß in der Lage sein, beim Käufer anzukommen, muß die Idee anbringen, warum er das Produkt kaufen sollte. Oder, wie ich es auf meinen Seminarvorlesungen ausdrücke: Verkaufen muß eine Brückenfunktion erfüllen, vom Interesse des Anbieters zum Interesse des Kunden, und es muß beiden helfen, muß beiden dienen.“
Wir sind beim Thema. Lassen Nitsche nun auspacken. Hören, was der Präsident von 17000 Salesprofis in Deutschland über die Szene zu sagen hat...........
PRÄSIDIUM:
WOLFGANG M. NITSCHE, Präsident (seit 1986)
HERIBERT RIC BLONDIAU, Vizepräsident (seit 1986)
PETER BAATZ, Vizepräsident (seit 1996)
BEIRAT:
GERD WALTER MEIER, Siemens
THOMAS SCHILLINGER, Allianz
NICOLA BEHRENS, Daimler-Chrysler
Bundesverband Deutscher Verkaufs- & Vertriebskräfte BDV e.V.
VR Bonn Nr. 5437
Alleinvertretungsberechtigt/Präsident:
Wolfgang M. Nitsche
Sitz: Karl-Broel-Straße 33, 53604 Bad Honnef
Hotline: 0 22 24/96 80 71
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